Depressionen Symptome: Erste Anzeichen, Ursachen und Behandlung

MOMENTE, IN DENEN MAN SCHLECHT GELAUNT, ANTRIEBSLOS, TRAURIG UND VIELLEICHT SOGAR WÜTEND IST, KENNT WOHL JEDER. Dieser Zustand dauert manchmal sogar mehrere Tage an. Aber an welchem Punkt spricht man von einer psychischen Erkrankung? Im Folgenden soll es um Depressionen Symptome, mögliche Auslöser und Behandlungsmethoden gehen.

Depressionen gehören zu den am häufigsten auftretenden Stimmungsstörungen, die in jeder Altersgruppe in Erscheinung treten können. Sie können das gesamte Leben auf den Kopf stellen und den Familien- und Arbeitsalltag erheblich beeinträchtigen.

Lange waren Depressionen sowie zahlreiche andere psychische Erkrankungen ein Tabuthema. Doch sie totzuschweigen, ist alles andere als hilfreich. Etwa jeder fünfte Schweizer leidet mindestens einmal im Laufe des Lebens an einer Depression. Das macht es umso wichtiger, offen darüber zu sprechen. Nicht immer sieht man sie kommen, manchmal allerdings schon. Woran genau, unterscheidet sich von Person zu Person.

Die Stimmungsstörung kann im Grunde als ein komplexes Bündel negativer Gefühle angesehen werden. Welche dieser Emotionen sich bemerkbar machen, ist individuell. Einige Betroffene sind beispielsweise vorrangig traurig und vergiessen unzählige Tränen. Andere hingegen verspüren starke Wut und sind aggressiv. Wieder andere beginnen sogar, sich selbst zu verletzen oder hegen Selbstmordgedanken.

Wichtig ist es, so früh wie möglich Herr über die Depression zu werden und die Kontrolle nicht abzugeben. Je früher sich Betroffene eingestehen, dass sie an einer psychischen Erkrankung leiden und Hilfe suchen, desto erfolgreicher ist die Behandlung.

depressionen

Ihre Gefühlslage und Ihr Geisteszustand verändern sich deutlich, und Sie fühlen sich, als wären Sie nicht mehr Sie selbst? Das kann ein erstes Anzeichen einer Depression sein. Zu den am häufigsten auftretenden Symptomen gehören:

  • Niedergeschlagenheit
  • Pessimismus
  • Antriebslosigkeit
  • grundlose Trauer und Angst
  • schwindende Gefühlswahrnehmung
 

Selbstverständlich leidet nicht jeder, der sich oftmals traurig, wütend oder verzweifelt fühlt, an einer Depression. Es ist wichtig, den Unterschied zu einem Stimmungstief zu erkennen. Verschwinden diese Gefühle nach wenigen Tagen wieder, ist von einem Stimmungstief die Rede. Vordergründig zeigen sich dabei Trauer, Angst, Wut, Müdigkeit und ein geringes Selbstwertgefühl.

Dauert der Zustand länger als zwei Wochen an, handelt es sich möglicherweise um eine Depression. Zu den Symptomen des Stimmungstiefs gesellen sich oftmals unter anderem eine erhöhte Reizbarkeit und Panikattacken. In schwerwiegenden Fällen kann der Drang, sich selbst etwas anzutun, hinzukommen.

Die Liste, was bei Depressionen für Symptome zu erwarten sind, ist lang. Sie betreffen nicht nur die Gedanken- und Gefühlswelt, sondern manchmal auch den körperlichen Zustand. Es gibt zahlreiche Begleitsymptome, die sich in den Vordergrund drängen und die Erkrankung im Verborgenen halten.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Depression vorrangig körperliche Beschwerden verursacht. Deshalb soll auf einige Anzeichen nun etwas genauer eingegangen werden.

Depressionen Symptome: Schlafstörungen und Morgentief

Depressionen Symptome: Schlafstörungen und Morgentief

Probleme beim Einschlafen haben viele Menschen. Stress auf der Arbeit, wichtige Termine oder schwierige Entscheidungen, die bevorstehen, rauben den Schlaf. Doch deutlich intensivere Ausmasse nimmt das Ganze an, wenn eine Depression vorliegt. Betroffene haben nicht nur grosse Probleme beim Ein-, sondern auch beim Durchschlafen. Sie wachen weit vor dem Klingeln des Weckers auf, liegen stundenlang wach und grübeln.

Einige Betroffene schlafen auch deutlich länger als gewöhnlich. Ihnen fehlt häufig der innere Antrieb, aufzustehen und in einen neuen, erfolgreichen Tag zu starten. Man spricht hierbei auch vom sogenannten Morgentief. Neigt sich der Tag dem Ende, hellt die Stimmung oftmals auf, und das Abendhoch stellt sich ein. Doch schon am nächsten Morgen macht sich ein weiteres Tief bemerkbar.

Appetitlosigkeit und daraus resultierende Gewichtsabnahme

Egal, ob hungrig oder nicht – für das Lieblingsgericht ist doch eigentlich immer etwas Platz im Magen. Bei Personen mit Depressionen ist das meist nicht der Fall. Einige Betroffene vergessen teilweise sogar zu essen, da sie einfach kein Hungergefühl mehr wahrnehmen. Dies geht mit einem entsprechenden Gewichtsverlust einher.

Doch auch das genaue Gegenteil kann der Fall sein. Betroffene essen dann deutlich mehr als sonst und nehmen zu.

Physische Beschwerden ohne organische Ursache

Treten vermehrt starke Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen, Schwindelgefühl oder Herzrasen auf, spricht man von einer maskierten Depression. Die Beschwerden sind so stark ausgeprägt, dass sie die psychischen Symptome in den Hintergrund schieben und diese kaum wahrgenommen werden.

Bestanden bereits vor der Depression derartige Beschwerden, können sich diese in der depressiven Episode intensivieren.

Negatives Gedankengut und Konzentrationsprobleme

Wer unter Depressionen Symptomen leidet, sieht oftmals vorrangig die negativen Aspekte. Betroffene verfallen schnell in stundenlanges Grübeln – mit dem Ergebnis, dass die aktuelle Situation ohnehin aussichtslos ist. Das verstärkt das negative Gedankengut nur noch mehr, genauso wie die Annahme, es würde sich niemals eine Besserung einstellen.

Diese Gedanken überschatten nahezu alles. Sich dann noch auf wichtige Sachverhalte zu konzentrieren, erscheint manchmal unmöglich. Schon belanglose Unterhaltungen mit den Kollegen können eine Herausforderung für die Konzentration darstellen. Für einige Betroffene ist das eine enorme psychische Belastung, denn sie fürchten, es könnte etwa eine Demenz oder Ähnliches dahinterstecken.

Das Selbstwertgefühl sinkt, die Schuldgefühle steigen

Das Selbstwertgefühl sinkt, die Schuldgefühle steigen

Selbst Personen, die immer vor Selbstbewusstsein gestrotzt haben, fühlen sich in einer depressiven Episode verunsichert und minderwertig. Sie sind der Meinung, ihnen gelingt einfach nichts, auch wenn das überhaupt nicht der Fall ist. Erfolge tun sie als Glücksfälle ab und erkennen nicht, dass sie dank ihrer Kompetenz gute Leistungen erbracht haben.

Depressive Personen neigen dazu, sich grundlos selbst Schuldgefühle einzureden. Egal in welcher Situation, Schuld haben nur selten die anderen. Auch wenn diese unbestreitbar Fehler begangen haben, hätte man selbst dennoch etwas besser machen können, um die Situation zu retten. Dieses Verhalten bestärkt das Gefühl, weniger Wert zu sein, deutlich.

Psychomotorische Hemmungen vs. Agitation

Psychomotorische Hemmungen treten vor allem bei schweren Depressionen Symptome auf. Der Betroffene bewegt sich und spricht sehr langsam. Die Mimik verändert sich kaum und wirkt wie erstarrt. Nach aussen hin wirkt die Person sehr ruhig, fast schon zu ruhig, doch in ihr brodelt es. Sie quält eine enorme innere Unruhe.

Bei anderen Betroffenen ist wiederum genau das Gegenteil der Fall. Sie fühlen sich rastlos und sind einem unstillbaren Bewegungsdrang ausgesetzt. Es fällt ihnen sehr schwer, stillzusitzen, und sie führen häufig ziellose Bewegungen aus. Sie wippen beispielsweise mit dem Fuss klopfen mit den Fingern auf den Tisch oder zupfen sich an der Kleidung herum.

Unbegründete Angst und plötzliche Wutanfälle

Etwa 80 Prozent aller Betroffenen leiden während ihrer Depression unter immer wiederkehrenden Angstgefühlen. Wovor genau sie Angst haben, können sie nicht definieren. Sie verspüren vielmehr das Gefühl einer unspezifischen Bedrohung. Häufig handelt es sich allerdings um Zukunftsängste.

Auch plötzlich auftretende Aggression ohne triftigen Grund ist keine Seltenheit. Wegen völlig belanglosen Dingen tobt der Betroffene plötzlich vor Wut.

An dieser Stelle soll ein wichtiger Hinweis folgen. Treten einzelne Symptome der Arten auf, die eben erläutert wurden, bedeutet das noch nicht, dass eine Depression vorliegt. Sich den Rat eines Experten einzuholen, ist für eine handfeste Diagnose unabdingbar.

Mögliche Ursachen für Depressionen Symptome

Mögliche Ursachen für Depressionen Symptome

So unterschiedlich bei Depressionen die Symptome sein können, sind auch die möglichen Ursachen. Jeder reagiert emotional anders auf gewisse Dinge, die das Leben bereithält. Häufig sind es grosse Veränderungen, die Depressionen auslösen. Dazu gehören negativ geprägte Ereignisse wie beispielsweise der Tod eines Familienmitglieds, eine Scheidung oder der Verlust des Jobs. Weitere mögliche Ursachen sind:

  • private Probleme mit dem Partner oder den Kindern
  • Stress auf der Arbeit
  • Burnout
  • Kontrollverlust über das eigene Leben (beispielsweise durch Bevormundung)
 

Sogar der eigene Lebensstil kann Einfluss auf eine Depression nehmen. Wer deutlich zu wenig oder unregelmässig schläft, sich ungesund ernährt und damit eine Art Dauermüdigkeit verursacht, kann eine Depression begünstigen.

Natürlich erkrankt nicht jeder, der einen grossen Verlust erlitt, unter Stress steht oder einen ungesunden Lebensstil pflegt, an einer Depression. Woran genau erkennt man sie also, und wie läuft die professionelle Diagnosestellung ab?

Depressionen Symptome diagnostizieren und behandeln

Depressionen Symptome diagnostizieren und behandeln

Das Hauptinstrument der Diagnose ist ein ausführliches Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychologen. Thematisiert werden dabei die Gedanken- und Gefühlswelt des Patienten sowie seine typischen Verhaltensmuster. Es wird besprochen, inwiefern die Symptome das Leben beeinflussen oder gar erschweren. Herangezogen werden können auch Blut- und Labortests, die aufzeigen sollen, ob die Ursachen medizinisch sind.

Wurde tatsächlich eine Depression diagnostiziert, sollten Selbsthilfe und professionelle Unterstützung Hand in Hand gehen. Wichtig ist es vor allem, sich nicht zu isolieren, sondern mit der Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Betroffene sollten über ihr Befinden sprechen und sich nahestehenden Personen anvertrauen. Das Gefühl von Nähe, Verständnis und Unterstützung kann die Genesung beschleunigen.

Hilfreich ist es zudem, sich den eigenen Ängsten und Sorgen zu stellen. Betroffene sollten den Mut fassen, offen mit einer Vertrauensperson darüber zu sprechen, um zu erkennen, dass die Ängste unbegründet sind.

Ausserdem gilt es, auf den eigenen Körper achtzugeben. Wer mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen hat, vernachlässigt diesen oftmals stark. Allen voran steht eine ausgewogene Ernährung, die den Körper mit allem versorgt, was er braucht, um optimal zu arbeiten.

Hinzu kommt körperliche Aktivität. Das muss nicht unbedingt ein anstrengendes Workout sein. Schon regelmässige Spaziergänge wirken sich nachweislich positiv auf das psychische und körperliche Wohlbefinden aus.

Dass der Geist zudem nicht mit Alkohol oder Drogen verschleiert werden sollte, um die Gedanken ruhigzustellen, versteht sich von selbst.

Ein weiterer wertvoller Helfer sind Routinen – auch in der Freizeit. Wer sich darauf konzentriert, einen festen Zeitplan zu verfolgen, beschäftigt sich weniger mit Ängsten und Sorgen. Das Abhaken von erledigten Punkten auf einer To-Do-Liste führt dem Betroffenen immer wieder vor Augen, was er bereits geschafft hat. Das kann zur Steigerung des Selbstwertgefühls beitragen.

Tipps für den Umgang mit einer depressiven Person

Tipps für den Umgang mit einer depressiven Person

Depressionen stellen auch die Angehörigen des Betroffenen auf eine Probe. Natürlich möchte man eine helfende Hand sein, doch es ist ein hohes Mass an Sensibilität gefragt. Nicht alles, was gut gemeint ist, hat eine positive Wirkung.

Wer eine depressive Person mit Ratschlägen überschüttet, zum Handeln drängt und Lektionen erteilen möchte, agiert kontraproduktiv. All das legt dem Betroffenen nur noch mehr Druck auf die Schultern.

Einfühlungsvermögen und Verständnis sind gefragt. Angehörige handeln richtig, wenn sie geduldig zuhören und ein Gefühl der Nähe schaffen. Wichtig ist es, sich aufrichtig zu bemühen, die Ängste und Sorgen des Betroffenen nachzuvollziehen, auch wenn es vielleicht schwerfällt.

Depressionen Symptome: Mit professionellen Coaches zu psychischer Gesundheit

Viele Menschen fühlen sich immer mehr als Teil einer Leistungsgesellschaft, die stetig steigenden Druck ausübt. Die Folgen sind nicht selten ein erhöhtes Stresslevel und Versagensängste. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig die nötigen Massnahmen zu treffen, um die psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten. Genau zu diesem Zweck wurde mynd ins Leben gerufen.

Hoch qualifizierte Coaches helfen Ihnen dabei, mit den Höhen und Tiefen des Alltags zurechtzukommen. Mit mynd lernen Sie, sich auf das wirklich Wichtige zu konzentrieren und Ihrem inneren Wohlbefinden ausreichend Gehör zu schenken. Wählen Sie Ihren Coach und nehmen Sie Ihre psychische Gesundheit selbst in die Hand.

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