Gelassener leben in Zeiten der Pandemie

DIE PANDEMIE BESCHÄFTIGT UNS SEIT ÜBER EINEM JAHR, UND ES IST NOCH KEIN LICHT AM ENDE DES TUNNELS ZU SEHEN. MAN SOLLTE SICH ABER NICHT VON ÄNGSTEN UND SORGEN ÜBERWÄLTIGEN LASSEN. Doch gelassener leben in Zeiten der Pandemie – wie geht das? Hier ein paar praktische Tipps.

mynd möchte Ihnen konkrete Möglichkeiten zur Unterstützung Ihrer mentalen Stärke vorstellen. Denn genau wie Roger Federer können auch Sie am Ball bleiben und gegen die Angst angesichts der Pandemie gewinnen. Los geht’s.

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Erkennen Sie die Kraft der Gedanken

Es ist wissenschaftlich bewiesen: Wir sind so «programmiert», dass wir unsere Aufmerksamkeit auf potenzielle Gefahren richten. Als die Menschen noch in Höhlen lebten, war es überlebenswichtig, den zur Linken lauernden Löwen sofort wahrzunehmen. Das war wichtiger, als den majestätischen Regenbogen zur Rechten zu bestaunen. Jede Bedrohung – ob nun real oder nicht – wird deshalb von unserem Gehirn registriert, und es wird eine Stressreaktion in Gang gesetzt.

So konzentrieren sich unsere Gedanken ganz automatisch auf die negativen Aspekte unseres Alltags. Folglich müssen wir uns bewusst darum bemühen, den Blick auf das ebenso vorhandene Positive zu richten. Gerade in einer von Unsicherheiten geprägten Pandemie ist es wichtig zu lernen, die eigenen Gedanken zu kontrollieren. Und sich darin zu üben, das Positive im Leben zu erkennen und zu schätzen. Denn mit einer ausgewogenen, objektiven und umfassenden Sichtweise lässt sich die Gesamtsituation besser einschätzen.

Nun wird es Zeit, einen ersten Schritt in diese Richtung zu wagen: Lesen Sie auf Myndblog die Artikel «6 Aspekte, wie sich positives Denken auf Ihre Gesundheit auswirkt» und «Positives Denken im Alltag üben».

Lassen Sie sich nicht vom Stress beherrschen

Die Stressreaktion ist also in unseren Genen verankert. Im Grunde genommen handelt es sich um eine natürliche, normale und angemessene Reaktion. Steht die Stressreaktion jedoch in keinem Verhältnis zur realen Gefahr oder bleibt sie dauerhaft «eingeschaltet», kann dies die Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Haben Sie das Gefühl, schlecht mit Stress umgehen zu können? Stehen Sie unter Dauerstress? Dann handeln Sie jetzt: Besuchen Sie Myndblog und lernen Sie, wie Sie mit einfachen Tricks Stress abbauen oder Dauerstress erkennen und bewältigen können.

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Haben Sie Panik? Keine Panik!

Wenn Sie merken, dass in Ihnen Panik (oder ein anderes schwieriges Gefühl) aufkommt, dann atmen Sie tief und langsam durch. Denken Sie daran, dass es völlig normal ist, angesichts von Ungewissheiten Angst zu haben. Erlauben Sie sich, diese Emotionen zu empfinden. Das ist der erste Schritt zu einem besseren Umgang damit.

Wenn uns Angst, Sorgen oder andere negative Gefühle überwältigen, wird unsere Vernunft praktisch ausgeschaltet. Die Emotionen übernehmen das Steuer, und es ist nicht mehr möglich, Informationen zu verarbeiten oder richtig nachzudenken.

Jetzt muss gehandelt werden, damit die Gefühle abklingen und die Vernunft wieder funktionieren kann. Atemübungen oder Meditation sind hierfür wirkungsvolle Methoden. Die folgende «Antipanik-Atemübung» beispielsweise lässt sich ganz leicht in den Alltag integrieren.

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1. Setzten Sie sich bequem hin und stellen Sie die Beine auf den Boden. Atmen Sie 4 Sekunden lang ein.
2. Halten Sie 6 Sekunden lang den Atem an.
3. Atmen Sie 6 Sekunden lang langsam aus, so wie wenn Sie eine Kerze anpusten, diese aber nicht ausblasen wollen.
4. Halten Sie 6 Sekunden lang den Atem an.

Wiederholen Sie diese Übung höchstens zwei- bis dreimal. Lassen Sie dann Ihren Atem wieder normal fliessen.

Es ist sehr wichtig, die Übung nicht öfter als angegeben zu wiederholen. Ansonsten könnten Sie nämlich anfangen zu hyperventilieren oder sogar ohnmächtig werden.

Es ist zwar nicht leicht, seine Gefühle zu regulieren und sie mit mehr Gelassenheit zu erleben, aber man kann es lernen. Zögern Sie nicht, bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Loslassen

Die meisten von uns haben schon vom «Loslassen» und den positiven Auswirkungen auf das Wohlbefinden gehört. Doch viele Menschen fragen sich zu Recht, wie sie dieses hehre Ziel erreichen können. Und was sich genau hinter diesem «Loslassen» verbirgt.

Unsicherheiten verunsichern uns. Wir möchten alles unter Kontrolle haben und bemühen uns verbissen darum. Das kann zwar beruhigen, doch alles kontrollieren zu können ist eine Illusion. Der erste Schritt hin zum Loslassen besteht darin zu akzeptieren, dass Ungewissheiten ein fester und unumgänglicher Bestandteil des Lebens sind. Ausserdem müssen wir akzeptieren, dass es ganz normal und in Ordnung ist, Angst zu haben.

Es mag belanglos erscheinen, doch Loslassen beginnt eigentlich mit dem Loslassen des Wunsches, loszulassen. Solange man gedanklich alles kontrollieren will, verfehlt man sein Ziel. Denn Loslassen ist kein mentaler Akt, sondern eine Erfahrung. Man muss sich erlauben, etwas völlig anderes zu erleben.

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Konzentrieren Sie sich auf das, was in ihrer Macht steht

Kreisen Ihre Gedanken um Themen, auf die Sie keinen Einfluss haben, wie das Ende der Pandemie oder die Rückkehr zur Normalität? Dann machen Sie sich bewusst, dass Sie mit diesen Gedanken Ihre Zeit und Energie verschwenden. Entscheiden Sie sich stattdessen bewusst dafür, sich mit etwas zu beschäftigen, das in Ihrer Macht steht. Wenden Sie sich zum Beispiel Ihrer mentalen oder körperlichen Gesundheit zu. Nutzen Sie die Gelegenheit und üben Sie sich im Loslassen von Dingen, auf die Sie keinen Einfluss haben.

«Sag mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist.»

Dieses alte Sprichwort könnte wahrer nicht sein. Persönliche Beziehungen zu pflegen ist wichtig, denn sie haben einen bedeutenden Einfluss auf das allgemeine und insbesondere das psychische Wohlbefinden. Dabei ist Quantität nicht gleich Qualität. Überlegen Sie sich gut, wem Sie Ihre Zeit schenken.

Es lohnt sich darüber nachzudenken und herauszufinden, welche Menschen Ihnen guttun. Wer gibt Ihnen durch seine blosse Anwesenheit einen Energieschub? Wer bringt Sie zum Strahlen, lässt Sie ruhiger atmen? Und wer zaubert Ihnen ein Lächeln auf die Lippen? Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um wertzuschätzen, dass Sie diese Menschen in Ihrem Leben haben, und pflegen Sie diese Beziehungen. Sie sind eine entscheidende Ressource, um Ihren Geist fit zu halten.

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Treffen Sie konkrete Massnahmen, um Ihren Lebensstil zu verbessern

Gesunde und ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung sowie ausreichend Schlaf sind zweifellos Grundpfeiler für eine gute körperliche und psychische Verfassung.

Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Ich verrate Ihnen mein Allerheilmittel, den Heiligen Gral für den Geist: ein Spaziergang durch den Wald. Die Zauberformel liegt in der Kombination von Naturnähe und leichter körperlicher Anstrengung. Ein solcher Spaziergang sorgt unter anderem für einen klaren Kopf und Wohlbefinden, beruhigt und entspannt. Auf natürliche Weise werden Stress und Ängste abgebaut. Eine echte Pause für das Gehirn und eine Möglichkeit, den Energiespeicher wieder aufzufüllen.

Wir bei Mynd unterstützen Sie gerne auf Ihrem persönlichen Weg zu mehr Ausgeglichenheit in Ihrem Leben. Zögern Sie nicht, unsere Coaches zu kontaktieren, wobei das erste Gespräch kostenlos ist.

geschrieben von Erika Habegger, Psychologin FSP

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