Hüten Sie sich vor Vorurteilen über Depressionen - Mynd.ch

Hüten Sie sich vor Vorurteilen über Depressionen

DEPRESSIONEN WERDEN OFT ALS JAHRHUNDERTKRANKHEIT ANGESEHEN, SIND ABER KEIN TABUTHEMA MEHR.
Sie sind ein Teil der Stimmungsstörungen. Es ist die häufigste psychische Störung, die zu einer Beeinträchtigung im Alltag führen kann.
In der Schweiz leidet jeder fünfte Mensch mindestens einmal in seinem Leben an einer Depression.
Und Depressionen betreffen junge Menschen genauso wie Erwachsene.

Hüten Sie sich also angesichts dieser komplexen Krankheit vor Vorurteilen über Depressionen.
Vorsicht ist geboten, egal ob Sie selbst Symptome einer Depression haben  oder ob Sie mit der Depression eines geliebten Menschen in der Familie oder am Arbeitsplatz zu tun haben.
Es ist so leicht, sich von vorgefassten Meinungen und Vorurteilen leiten zu lassen, die Krankheit zu ignorieren oder zu versuchen, jemandem in unangemessener Weise zu helfen.

Angesichts der Vorurteile über Depressionen ist es nicht immer einfach, zwischen richtig und falsch zu entscheiden. In der Tat gibt es verschiedene Stufen der Depression mit unterschiedlichen Ursachen. Lassen Sie uns also sorgfältig und differenziert einige Vorurteile und sogar Überzeugungen zum Thema Depression durchleuchten.

ursachen-depressionen
Anhaltender und andauernder Stress kann zu Depressionen führen

WAHR

Chronischer Stress verursacht Angstzustände und Depressionen“, so David Servan-Schreiber in seinem Buch “Guérir le stress, l’anxiété et la dépression sans médicaments ni psychanalyse”.

Stress erzeugt durch ein mehr oder weniger spürbares emotionales Trauma ein Ungleichgewicht im Nervensystem. Eine Reihe von stressigen Situationen am Arbeitsplatz kann mit der Zeit zu einer Depression führen.

Nehmen wir das Beispiel von Léo, 28: Er arbeitet in einem anspruchsvollen Job, der wenig persönliche Motivation bietet. Wenn er nicht aufpasst, riskiert Léo, in eine Sinnlosigkeit zu geraten, mit wenig Energie, in einen Zustand der Hemmung, in dem er sich zurückzieht, entmutigt wird, resigniert.

Depression und Niedergeschlagenheit sind das Gleiche

FALSCH

Niedergeschlagenheit ist ein vorübergehender Stimmungsabfall, während eine Depression an einer Traurigkeit und Freudlosigkeit zu erkennen ist, die so stark ist, dass sie im täglichen Leben zur Belastung wird.

Um mehr über den Unterschied zwischen Depression und schlechter Stimmung zu erfahren, lesen Sie unseren Artikel zu diesem Thema.

Im Winter sind wir anfälliger für

WAHR

Der Mangel an Tageslicht reduziert die Produktion von Serotonin, dem Stimmungsneurotransmitter in unserem Gehirn. Der Winter bringt also unsere Gehirnchemie durcheinander.

Eine Depression bedingt eine andere

WAHR UND FALSCH

Eine Depression ist oft keine einmalige, vorübergehende Krise. Sie kann wiederkehren oder sogar chronisch werden. Zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Patienten erleiden einen Rückfall.

Daher ist es wichtig, die Situation zu erkennen und entsprechend des Schweregrades der Depression zu behandeln..

Um aus der Depression herauszukommen, braucht man nur Willenskraft

FALSCH

Es reicht nicht aus, sich zu sagen, dass man sich zusammenreissen wird, dass man nicht darauf hören wird, dass man sich nicht gehen lassen wird. Dass das alles nur Theater ist. Dass man sich nur etwas bewegen muss, um aus der Depression herauszukommen. Dass es nur um Willenskraft geht.
Depressionen wirken sich auf den Körper und die Psyche aus. Im depressiven Zustand hält das emotionale Gehirn die Person in einem Mangel an Vertrauen und Schuldgefühlen oder sogar Verleugnung gefangen.
Das Energieniveau ist sehr niedrig und die Sprungkraft ist gering. Der Wille wird jedoch an die Vernunft und die Gedanken appellieren, die kaum in der Lage sein werden, den emotionalen Zustand zu steuern und zu kontrollieren.
Ausserdem macht eine Depression sehr anfällig für Misserfolge.

Depressionen betreffen Frauen stärker als Männer

WAHR

Bei Frauen wird doppelt so häufig eine Depression diagnostiziert wie bei Männern.
Die Depression äussert sich bei Frauen eher als Angststörung und bei Männern in einer Sucht.
Doch die Sache hat auch einen Haken. Frauen und junge Menschen äussern sich offener als Männer und ältere Menschen. In jedem Fall ist die Einsamkeit ein erschwerender Faktor.

 

Der Lebensstil hat einen Einfluss auf die Depression

VRAI

Ein Lebensstil, der Schlaf und Ernährung stört und ständige Müdigkeit verursacht, ist ein beschleunigender Faktor für einen latent depressiven Zustand.
Ein gesunder Lebensstil hält Sie von Problemen fern.

Depression reimt sich auf Antidepressiva

WAHR UND FALSCH

Leichte bis mittelschwere Depressionen können mit Kurztherapien ohne Medikamente behandelt werden. Antidepressiva können von Psychotherapeuten bei schweren Depressionen oder in Abhängigkeit von der Chronizität der Depression verordnet werden.

Do‘s und Don‘ts im Umgang mit einer depressiven Person
DAS SOLLTEN SIE NICHT TUN
DAS SOLLTEN SIE TUN

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