Kognitive Verhaltenstherapie, oder wie man ein neues Selbst entwickelt.

DIE KOGNITIVE VERHALTENSTHERAPIE (KVT) IST EIN LEISTUNGSFÄHIGES COACHING-WERKZEUG. SIE ERMÖGLICHT UNS, UNSERE SCHÄDLICHEN VERHALTENSWEISEN UND GEWOHNHEITEN ODER UNSERE ÄNGSTE UND BEFÜRCHTUNGEN ZU ÄNDERN. ERLÄUTE-RUNGEN DAZU MIT CAROLYN JOST, PSYCHOLOGISCHE PSYCHOTHERAPEUTIN FSP IN AUSBILDUNG.

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hat einen weiten Weg zurückgelegt. Von Pawlows Hund über konditionierte Reflexe bis hin zur Berücksichtigung unserer kognitiven und emotionalen Dimensionen. Heute stellt sie eine der drei Säulen der zeitgenössischen Psychologie dar. Sie ist ein mächtiges Werkzeug, das von vielen Trainern und Psychologen verwendet wird. Ihr Hauptinteresse ist es, an den kognitiven und emotionalen Mechanismen zu arbeiten, die für unser Verhalten verantwortlich sind.

Der Erfolg der kognitiven Verhaltenstherapie liegt darin begründet, dass sie es ermöglicht, neue Sicht der Dinge zu verankern. Aber auch, sie zu fühlen und auf sie zu reagieren. Kurz gesagt: Wir erkennen zunächst unsere problematischen Verhaltensweisen. Dann verändern wir ihre geistigen und emotionalen Auslöser. Dies geschieht, um andere Verhaltensweisen hervorzurufen. Die kognitive Verhaltenstherapie ist ein guter Ansatz, um schädliche Gewohnheiten und Süchte zu ändern. Auch problematische Verhaltensweisen wie Ängste oder Schüchternheit lassen sich damit gut beeinflussen.

neue-sicht-der-dinge-zu-verankern

Nicht alle Hunde beissen

Ein Beispiel, um zu verstehen, wie es funktioniert? Okay.

Stellen Sie sich vor, Sie wären in jungen Jahren durch einen Hundeangriff traumatisiert worden. Als Erwachsener begegnen Sie beim Spazierengehen häufig einem Hund. Sie haben Angst und laufen deshalb weg. Ein sehr nerviges Verhalten!  In diesem Fall beschränkt sich die kognitive Varhaltenstherapie nicht auf den Konflikt: Hunde lassen einen weglaufen. Vielmehr geht sie tiefer und arbeitet an der so genannten kognitiven Achse: Warum denke ich, dass alle Hunde schlecht sind?

Genau dort versuchen wir, neue Überzeugungen zu etablieren: nicht alle Hunde sind schlecht. Dann versuchen wir, die Emotion, die daraus entsteht, zu verändern. Schliesslich soll die durch diese Emotion ausgelöste Verhaltensweise verändert werden.” erklärt Carolyn Jost.

Motivation, die wesentliche Komponente der kognitiven Verhaltenstherapie

Obgleich sie keine magische Methode ist, kann die KVT in fast allen Bereichen angewendet werden. “Vorausgesetzt, die Person ist hoch motiviert und die Initialzündung kommt von ihr selbst“, sagt die Psychologin.

Die KVT kann daher sehr nützlich sein, um Menschen dabei zu helfen, sich besser zu fühlen. Dieser Ansatz ist in vielen Bereichen ein mächtiges Instrument. Ob es darum geht, ein neues, wohltuendes Verhalten einzuführen, Essstörungen in den Griff zu bekommen oder das Stressniveau zu senken.

motivation-die-wesentliche-komponente-der-kognitiven-verhaltenstherapie
Die neuen Tendenzen in der kognitiven Verhaltenstherapie

Im Zuge der Weiterentwicklung der Psychologie hat die kognitive Verhaltenstherapie nun eine zusätzliche Dimension erhalten.

Hauptsächlich wird daran gearbeitet, die emotionale Reaktion auf einen gegebenen Kontext zu verändern. Aber es wird immer aktueller, auch auf das Akzeptieren von bestimmten Emotionen einzuwirken. Auch wenn diese zunächst als komplex oder gar schwierig empfunden werden. Dieser Vorgang wird als Achtsamkeit bezeichnet. Es handelt sich um einen existentiellen Ansatz. Er soll helfen, die unangenehme Emotion in Situationen zu akzeptieren, in denen sie nicht geändert werden kann. Damit soll sichergestellt werden, dass man gut damit leben kann.

Woher kommt die kognitive Verhaltenstherapie?

Um zu verstehen, wie diese Methode perfektioniert wurde, müssen wir in der Geschichte zurückgehen. Wir alle kennen Pawlow. Zumindest der Name ist häufig ein Begriff. Dieser russische Physiologe hatte gegen Ende des 19. Jahrhunderts festgestellt, dass man bestimmte Reflexe konditionieren kann. In diesem Fall war es der Speichelfluss seiner Hunde, sobald sie in Kontakt mit den Menschen waren, die sie fütterten. Oder wenn sie sich an dem Ort befanden, an dem sie normalerweise ihr Essen erhielten.

Ohne die CBT begründet zu haben, legten Pavlov und dann andere Verhaltenspsychologen wie Skinner und Wolpe den Finger auf einen wichtigen Punkt. Nämlich die Tatsache, dass Verhalten durch die Umwelt konditioniert wird“, sagt Carolyn Jost. “Ab den 1970er Jahren nahm die kognitive Verhaltenstherapie Gestalt an, indem zusätzliche Achsen wie Kognition und Emotionen integriert wurden. Wie wir oben gesehen haben: Es ist nicht mehr nur der Kontext, der mein Verhalten bedingt. Sondern auch und vor allem die Art und Weise, wie ich verstehe und fühle, was dort geschieht.”

Obwohl es häufig heisst, “dass man Menschen nicht ändern kann”, beweist die kognitive Verhaltenstherapie das Gegenteil. Natürlich müssen von Anfang an ein Rahmen und genaue Ziele definiert werden, um diesen Wandel zu begleiten. Es ist auch wichtig zu wissen, dass es mehr Mühe kostet, eine Gewohnheit zu ändern, je länger sie in Ihnen verankert ist.

Aber die gute Nachricht ist, dass mit der richtigen Anleitung und Beratung alles möglich ist. Langfristig werden so entscheidende Verbesserungen erreicht. Es liegt also an Ihnen, die Verhaltensweisen zu identifizieren, die Ihnen in Ihrem Leben Probleme bereiten, und sie dann zu ändern!

cbt-neues-selbst
Neues Selbst

Obwohl es häufig heisst, “dass man Menschen nicht ändern kann”, beweist die kognitive Verhaltenstherapie das Gegenteil. Natürlich müssen von Anfang an ein Rahmen und genaue Ziele definiert werden, um diesen Wandel zu begleiten. Es ist auch wichtig zu wissen, dass es mehr Mühe kostet, eine Gewohnheit zu ändern, je länger sie in Ihnen verankert ist.

Aber die gute Nachricht ist, dass mit der richtigen Anleitung und Beratung alles möglich ist. Langfristig werden so entscheidende Verbesserungen erreicht. Es liegt also an Ihnen, die Verhaltensweisen zu identifizieren, die Ihnen in Ihrem Leben Probleme bereiten, und sie dann zu ändern! Um von einem Anstoss durch einen unserer Coaches zu profitieren, klicken Sie hier.

geschrieben von Thomas Pfefferlé

Es könnte Ihnen auch gefallen:
stressbewaeltigung
So erkennen Sie Dauerstress und bewältigen ihn

Wir alle kennen Stress und Zeiten, in denen wir gereizt und überfordert sind. Stress ist grundsätzlich auch nichts Negatives. Aber Sie wissen wahrscheinlich, dass Dauerstress krank machen kann. Doch wie erkennen wir, dass wir chronisch gestresst sind und wie können wir damit umgehen?

stressabbau_hilfreiche tipps
Hilfreiche Tipps zum Stressabbau

Stressabbau ist eine wichtige Massnahme, um die geistige und körperliche Gesundheit aufrechtzuerhalten. Er hilft dabei, besser mit Druck umzugehen.

Can we help?

Können wir helfen?