Warum Beziehungsstress krank machen kann und wie man ihn abbaut

ES IST NORMAL, SICH IN EINER BEZIEHUNG ZU STREITEN UND GEMEINSAM PROBLEME ZU BEWÄLTIGEN. ES GIBT ALLERDINGS EINE GRENZE, AB WANN DER STREIT UND DIE PROBLEME ZUR ECHTEN BELASTUNG WERDEN ODER SOGAR KRANK MACHEN. Aber wie merkt man das? Und was kann man tun, um eine Beziehung zu retten?

Was ist unter Beziehungsproblemen zu verstehen?

Beziehungsprobleme sind Streitigkeiten, Krisen und Konflikte zwischen zwei Personen, welche sich negativ auf deren Wohlbefinden sowie Alltag auswirken und die Partnerschaft belasten. Sie geschehen regelmässig und gehen über das gesunde Mass hinaus. Ursachen von Beziehungsproblemen können zum Beispiel fehlende Wertschätzung, Gefühllosigkeit, mangelndes Interesse, Geldsorgen, unterschiedliche Zukunftspläne, Eifersucht, fehlende Kommunikation oder die Kindererziehung sein.

Auswirkungen von Stress in der Beziehung

Beziehungsstress ist eine besonders starke Belastung, da die Partnerin oder der Partner oft die primäre Quelle für Unterstützung ist. Stress in der Beziehung kann zu Depressionen führen und das Sterberisiko erhöhen. In einer Studie von 2014 kam man zum Ergebnis, dass bei unglücklichen Paaren zwischen 60 und 80 Jahren Herzinfarkte, Schlaganfälle und Bluthochdruck signifikant zunahmen.

Heisst das nun, dass man sich gar nicht mehr streiten soll? Nein, denn Streit in einer Beziehung ist wichtig. Es ist eine Möglichkeit, sich in der Partnerschaft weiterzuentwickeln. Schädlich ist Streit aber, wenn er nichts Konstruktives mehr bietet und man sich abfällig äussert. Destruktiv sind zum Beispiel alte Konflikte und immer dieselben Anschuldigungen.

Beziehungsstress - Kommunikation

Was tun bei Beziehungsstress?

#1 Konflikte besser lösen

Wenn ein Streit entsteht, der nicht mehr konstruktiv oder stark emotional aufgeladen ist, kann man eine Pause einlegen. Es bietet sich auch an, ein Codewort mit dem Partner oder der Partnerin zu bestimmen und dieses zu nutzen, wenn der Streit auszuarten droht. Die Diskussion wird dann auf ein paar Tage später verschoben. Während dieser Pause sollte man sich viel Freiraum geben und gut zu sich selbst und wenn möglich auch dem Partner sein. Wenn die Diskussion nach drei Tagen noch immer nötig ist, kann man es noch einmal mit kühlerem Kopf besprechen.

#2 Gute Kommunikation etablieren

Mit einer guten Kommunikation sind die Hälfte der Probleme innerhalb einer Beziehung gelöst. Sie braucht allerdings viel Übung und vor allem muss der Wille von beiden Partnern da sein, daran zu arbeiten. Beide Partner sollten während einem Streit versuchen, Verständnis für den anderen aufzubringen, ihm gut zuzuhören und ihn ausreden zu lassen. Wenn einer der Partner den anderen ständig unterbricht, kann man einen Gegenstand nehmen und nur die Person, die den Gegenstand hält, darf sprechen. Das hört sich jetzt ein bisschen an wie im Kindergarten, aber glauben Sie mir, wenn sich beide wirklich versuchen daran zu halten, kann das helfen. Wichtig ist ausserdem, ,,Ich’’-Sätze anstelle von ,,Du’’-Sätzen zu benutzen. Sie wirken weniger anklagend und zeigen eher die eigene Perspektive und Gefühle auf.

#3 Regelmässige Dates organisieren

Es ist ein Klassiker unter den Beziehungstipps, und zwar zurecht. Wer schon lange zusammen ist, weiss, dass die aufregenden Gefühle und die Momente, in denen man sich Zeit füreinander nimmt, abnehmen. Alltagssorgen, Kindererziehung und Berufsstress nehmen überhand und schnell geschieht es, dass die Beziehung eher funktionell ist als intim und leidenschaftlich. Regelmässige Dates können hier den Unterschied machen.

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Manche Konflikte sind sehr schwierig zu lösen als Paar und benötigen professionelle Hilfe. Wenn Sie in Ihrer Beziehung häufige Probleme und Streitigkeiten haben und daran arbeiten möchten, kontaktieren Sie gerne einen unserer Coaches.

geschrieben von Daniel Sigrist

Referenzen

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